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Langer Atem fürs Kindertheater

Langer Atem fürs Kindertheater

16.03.2009 ZO/AvU, Susanne Siegrist

Nach 15 Jahren kann René Krebs, Gründer des Kindertheaters KufKi in Uster, die Früchte seiner Arbeit geniessen. Zum Jubiläum gab es Gratulationen für ihn und ein Theaterstück für alle.


René Krebs ist in Uster kein Unbekannter: Eltern und Kinder kennen ihn von den KufKi-Veranstaltungen, andere von seinen Konzerten, an denen er manchmal mit Muschelhörnern spielt. Aufmerksame Bürger erinnern sich an Plakate, auf denen er mit seinem Gesicht als Stadtratskandidat präsent war. «Kultur ist ein Grundbedürfnis» Zum 15-Jahr-Jubiläum seines Kindertheaters überbrachte ihm Martin Bornhauser, der Sieger im damaligen Kampf ums Präsidium, die besten Grüsse vom Stadtrat Uster. Auch der Kanton war in Vertretung von Markus Notter anwesend und gratulierte herzlich, hatte das KufKi-Theater sich über die Jahre doch vom kleinen Insider-Tipp zum überregionalen Event gemausert. Natürlich könne der Kanton nicht in jeder Gemeinde aktiv sein, aber was eine ganze Region betreffe, interessiere ihn auf jeden Fall, erklärte Notter. Er selber finde es erstaunlich, dass Kulturveranstalter den Einsatz ihrer Geldmittel begründen würden. Bei einer Strasseneinweihung oder so sei dies sicher nicht der Fall. «Dabei entspricht Kultur einem menschlichen Grundbedürfnis», sagte Notter. «Ob Kinder oder Erwachsene, wir brauchen Kultur.» Und da er an diesem Sonntagmorgen nichts anderes los hatte, nahm er sich die Zeit und blieb nach den Ansprachen gleich sitzen.

Stück mit ernstem Hintergrund

Das Theater Ond-Drom aus Luzern nahm das Publikum auf eine Reise in die Vergangenheit mit. Das Stück «Ohne Schuh» spielt um 1798, einer Zeit «ohne Kaugummi, Rollschuhe oder Schwimmbad ». Dafür war sonst viel los: Die Franzosen zogen kreuz und quer durch Europa und zogen Männer ein, manche folgten freiwillig, andere, wie Franz, wurden gezwungen. Marie-Louise, die jüngste Schwester dreier Waschfrauen (Magrit Bischof, Claudia Rüegsegger, Gaby Faerber) will ihren Franz wieder haben, denn in wenigen Wochen sollte die Hochzeit stattfinden. Sie packt ihre Siebensachen und reist ihrem Verlobten hinterher, kommt über Paris bis nach Ägypten und als sie Franz auch in Palästina nicht findet, kehrt sie wieder um. Viel zu Lachen gibt es dabei nicht, aber der Krieg wird als Schattenspiel mit lautem Trommelwirbel inszeniert (Regie Paul Steinmann), so dass die kleineren Zuschauer keinen Schrecken kriegen. Die Aufführung, die mit einem Bühnenbild aus weissen, hängenden Leintüchern ganz unterschiedliche Welten zauberte, liess das Publikum kaum atmen.

Bekenntnis zur Vielfalt
Nicht immer hat René Krebs so ernste Stücke auf dem Plan, nein, es gibt auch Sonntagmorgen, an denen sich 150 Kinder kugeln vor Lachen. Es ist diese Vielfalt, die KufKi ausmacht, nur ganz selten wurde man in den vergangenen 15 Jahren von Langeweile überrascht. Was René Krebs trotz hohem Einsatz und vielem Hoffen nie den gewünschten Erfolg brachte, waren die Theater-Festivals, mit denen er versuchte, auch ältere Kinder für Vorstellungen zu begeistern. Damit will er nun für eine Weile aussetzen. Ginge es jedoch nach ihm, würde er in Zukunft eine kürzere Sommerpause machen und im Winter nicht monatlich sondern alle 14 Tage eine Vorstellung organisieren. «Stücke dazu gibt es genug», erklärt Krebs begeistert, «gute Stücke! Sowohl in der Schweiz wie auch in Deutschland.»

Traum vom Theatersaal bleibt
Natürlich sind da noch andere Wünsche offen, bekannte Wünsche, denn René Krebs lässt immer wieder kulturpolitische Aussagen fallen. Statt der Turnhalle im P ünt-Schulhaus wäre ein Theatersaal nicht schlecht und wenn die Stadt ihren Unterstützungsbeitrag erhöhen würde, wäre noch viel mehr möglich… Sicher ist: René Krebs und sein 22-jähriger Sohn Fabian machen weiter und am Konzept wird vorerst nichts geändert. «Ich mache sicher noch fünf bis zehn Jahre mit», lacht Krebs. Auch sein Sohn, welcher selbständig Veranstaltungen organisiert, ist motiviert: «Das KufKi ist für mich eine schöne Abwechslung im Arbeitsalltag.»

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