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Kasperligeschichte mit Tiefgang

05.02.2008 ZO/AvU Mittwoch, 7.November 2007v

30-jährige Tokkel-Bühne bestritt diesmalige Kufki-Vorstellung. In Uster gastierte am Sonntag das Stabpuppentheater Tokkel-Bühne aus Liestal mit einer tiefgründigen Kasperligeschichte.


Silvia und Christoph Bosshard feiern dieses Jahr ihr 30-Jahr-Bühnenjubiläum. Die beiden Künstler haben ihr professionelles Rüstzeug an diversen Ausbildungsstätten erworben. Silvia Bosshard genoss nach verschiedenen Tätigkeiten am Städtebund-Theater Biel-Solothurn – Regie und Schauspiel – eine fundierte Ausbildung an der Schauspielschule von Helena Kaiser in Basel. Christoph Bosshard besuchte die Kunstgewerbeschule Basel und arbeitete anschliessend an verschiedenen Theatern als Bühnenbildner. All diese Erfahrungen kamen den beiden Puppenspielern zugute, als sie ihr Figurentheater Tokkel-Bühne gründeten. Die Bezeichnung «tocke» oder «docke» wurde im Hochmittelalter für «Puppen» verwendet. Als Tourneetheater ist die Tokkel-Bühne jedes Jahr zu rund 200 Vorstellungen quer durch die Schweiz, nach Deutschland, Österreich und Italien unterwegs. Einmal im Jahr steht ihr Theaterzelt während 18 Tagen als Jahrmarktsbude an der Herbstmesse in Basel. Die beiden Kinder-theatermacher beleben damit die jahrhundertealte Tradition der Puppenspieler, die auf den Märkten ihren Lebensunterhalt verdienten. Im Winter spielen sie mit der mobilen Bühne auch in Innenräumen. Baaseldiitsch kein Problem Die Kasperli-geschichten der Tokkel-Bühne werden von den Bosshards selbst geschrieben. Sie sollen mehr als nur unterhalten, nämlich – ohne zu moralisieren – verschiedene Probleme ansprechen und den Kindern Werte vermitteln. Bei Märchen hält man sich an die bekannte Vorgabe. Alle Puppen werden mit viel Liebe zum Detail selbst hergestellt. Am Sonntag war die Geschichte «Dr Kasper schlaaft ii» zu sehen. Dass der kleine Bengel dieses Mal mit «baaseldiitschem » Dialekt über die Szene hüpfte, war für die Kleinen kein Problem. Sie lachten nämlich immer genau dort, wo der Kasperli einen guten Spruch von sich gab. Bei den Kufki-Vorstellungen kommen die verschiedensten Dialekte zum Zug. Bodenschätze gerecht verteilen Zwerg Naseweis und seine Erdentierchen haben das Salz der Erde gerecht und liebevoll unter Blumen, Sträuchern, Bäumen und Tieren verteilt. Die freche Hexe und ihr Helfer Scharlatan aber, wollen das Salz aus der Erdenhöhle rauben und ein grosses, üppiges Schloss damit bauen. Der Zwerg und der Kasper aber überlisten die beiden. Nach einem tiefen Schlaf gelingt es ihnen – für ein gutes Ende der Geschichte –, das Salz der Erde für sämtliche Lebewesen zu retten. Die kleinen Zuschauer wurden von der spannenden Geschichte völlig in den Bann geschlagen. Sie kreischten und lachten und warnten den Kasper lautstark vor Gefahren. Für Kasper, Zwerg und Puppenspieler gab es begeisterten und lange anhaltenden Applaus. Die nächste Kufki-Vorstellung, «Der kleine Eisbär», geht am Sonntag, 2. März, um 11 Uhr über die Bühne